Zellbiologie

Ringförmige RNA kann Hirnfunktionen beeinflussen.

Ringförmige RNA ist für Gehirnfunktion wichtig

Wissenschaftliche Untersuchungen haben erstmals gezeigt, dass ringförmige RNA Hirnfunktionen beeinflussen kann. Wenn ein RNA-Molekül namens Cdr1as aus dem Erbgut von Mäusen gelöscht wird, versagt der Reizfilter in ihrem Gehirn – ähnlich wie bei Patienten, die psychiatrische Leiden haben.

EHD-Proteine (rot) binden an Membranenoberflächen (gelb). In der Zelle liegen EHDs in einem gehemmten Zustand vor (links oben). Binden die Proteine an die Membran, wechseln sie in einen aktiven Zustand und bilden Ketten, die Membranen deformieren und Membranausstülpungen stabilisieren können. Bild: Artur Alves de Melo, MDC

Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Vom Lebenszyklus der Proteine

Manche Proteine haben eine ungewöhnliche Eigenschaft: Je älter sie werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie abgebaut werden. Dieses überraschende Ergebnis hat nun ein MDC-Forschungsteam im Fachjournal Cell vorgestellt. Sie haben zum ersten Mal den Lebenszyklus tausender Proteine verfolgt. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung sind für Krankheiten relevant, bei denen zu viele Genkopien vorliegen.

Protein-Qualitätskontrolle in der Zelle: Abfallentsorgung effizienter als erwartet

Ohne Proteine geht in unserem Körper nichts, denn sie erledigen dort unzählige lebenswichtige Aufgaben. Bei ihrer Herstellung unterlaufen den Zellen jedoch häufig Fehler: Etwa ein Drittel der neu synthetisierten Proteine ist defekt. Wenn diese schadhaften Moleküle nicht erkannt und beseitigt werden, können schwere Krankheiten entstehen. Ein Team unter Leitung von Prof. Thomas Sommer vom MDC hat nun neue Einblicke in den Prozess der Protein-Qualitätskontrolle in der Zelle gewonnen.

Fettzellen mit Insulinrezeptor (rot) und Fetttröpfchen (weiß) markiert.

Insulinempfindliches Fett treibt Übergewicht

Die Stoffwechselbalance im Fettgewebe wird durch das Protein SORLA mitbestimmt. Liegt es im Übermaß vor, werden Fettzellen überempfindlich gegenüber Insulin und bauen weniger Fett ab. Diesen neuen Zusammenhang haben MDC-Forscher entdeckt. Zuvor war SORLA für seine schützende Funktion bei Alzheimer bekannt.