Die Ehrenmitglieder des Max-Delbrück-Centrums

Zum 25-jährigen Bestehen des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat der Vorstand die höchste Auszeichnung des Zentrums geschaffen. Sie ehrt Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um das MDC verdient gemacht haben. Bestandteile der Würdigung sind die Verleihung der Max-Delbrück-Ehrennadel und eine Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft. Die Auszeichnung wird erstmals beim Jubiläums-Festakt am 1. Dezember 2017  verliehen.

Die Ehrennadel aus Silber zeigt das Konterfei Max Delbrücks und ist einem Foto aus dem Jahr 1969 nachempfunden. Sie wurde von dem Berliner Goldschmied Ronald Frese entworfen.

Max Delbrück Ehrennadel nach einem Foto von 1969. Grafische Bearbeitung: Ronald Frese

Die Ehrenmitglieder des MDC

Prof. Dr. Heinz Riesenhuber

Prof. Dr. Heinz Riesenhuber war von 1982 bis 1993 Bundesminister für Forschung und Technologie. In seine Amtszeit fielen die Wiedervereinigung und die Gründung des MDC als Großforschungseinrichtung aus drei Instituten der Akademie der Wissenschaften der DDR. Mit Herz und Verstand für die Wissenschaft sowie politischem Mut haben er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass mit dem MDC ein innovatives Forschungszentrum entstehen konnte, in dem die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und klinischer Forschung erhalten blieb.

Als Abgeordneter der CDU vertrat Heinz Riesenhuber bis 2017 seine zweite Heimat Frankfurt mehr als 40 Jahre im Bundestag. In der letzten Legislaturperiode hatte er das Amt des Alterspräsidenten inne. Für seine Verdienste um die Förderung der Wissenschaft wurde der promovierte Chemiker mehrfach ausgezeichnet.

Prof. Dr. Manfred Erhardt

Von 1991 bis 1996 war Prof. Dr. Manfred Erhardt Senator für Wissenschaft und Forschung des Landes Berlin. In diesen bewegten Zeiten sorgten er und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür, dass die Neuordnung der Wissenschaftslandschaft in der Hauptstadt gelang und die hohe Qualität der Forschung auch in Berlin-Buch fortgesetzt werden sowie Neues entstehen konnte. Das Max-Delbrück-Centrum hat seinem Engagement und seinem politischen Sachverstand zu danken.

Manfred Erhardt gehört zu den Persönlichkeiten, die die deutsche Wissenschaftslandschaft in den letzten Jahrzehnten in verschiedenen Funktionen entscheidend geprägt haben. Vor seinem Wechsel nach Berlin war er am Ministerium für Wissenschaft und Kunst sowie im Landtag des Landes Baden-Württemberg tätig, von 1996 bis 2004 als Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Für seine Verdienste wurde er mit hohen Auszeichnungen geehrt.

Prof. Dr. Heinz Bielka

Prof. Dr. Heinz Bielka gehört zu den engagiertesten Wegbegleitern des MDC, im Schulterschluss zwischen Vergangenheit und Zukunft. Als Wissenschaftler und Wissenschaftshistoriker hat er sich gleichermaßen verdient gemacht. Der kenntnisreiche Chronist hat in zahlreichen Publikationen und Büchern die Geschichte der medizinischen Forschung in Berlin-Buch festgehalten und so einem weiten Leserkreis zugänglich gemacht. Das MDC und der Campus Buch können auf diesem „Gedächtnis“ aufbauen und die Geschichte fortschreiben.

Heinz Bielka war einer der Pioniere der Zell- und Molekularbiologe im Zentralinstitut der Akademie der Wissenschaften, dem er zuletzt als stellvertretender Institutsdirektor angehörte. Seine erfolgreiche wissenschaftliche Tätigkeit setzte er am MDC bis 1995 fort. Die Forschungsarbeiten, die er unter Prof. Dr. Arnold Graffi begonnen hatte, waren insbesondere Krebserkrankungen und ihren Ursachen gewidmet.

Prof. Dr. Jens Reich

Der Arzt, Molekularbiologe und Bioethiker Prof. Dr. Jens Reich arbeitet seit 1968 auf dem Campus Buch. Seine Geradlinigkeit, seine klare Analyse und seine Menschlichkeit sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MDC ein Vorbild. Ethische Grundsätze prägen sein Tun. So ist er noch heute Ombudsmann am MDC und steht Forscherinnen und Forschern in Konfliktsituationen zur Seite. Er begleitet den Tierschutz und fördert die Auseinandersetzung mit bioethischen Fragen.

Jens Reich gehört zu den bekanntesten Bürgerrechtlern der DDR, unter anderem als Mitbegründer des „Neuen Forums“. Die Vorbereitungen zur Wiedervereinigung erlebte er als Abgeordneter des einzigen frei gewählten Parlaments der DDR. 1994 kandidierte er für das Amt des Bundespräsidenten; von 2001 bis 2012 war er Mitglied im Deutschen Ethikrat. Am MDC leitete er von 1992 bis zu seiner Emeritierung 2004 eine Gruppe in der medizinischen Genomforschung. Für sein wissenschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement wurde er mehrfach geehrt.

Prof. Dr. Detlev Ganten

Der Gründungsdirektor des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Prof. Dr. Detlev Ganten, hat das Zentrum von 1992 bis 2004 geleitet. Seinem Engagement, seiner Überzeugungskraft, seinem Vertrauen in die Verbindung von Klinik und Grundlagenforschung sowie seiner Weitsicht ist es zu verdanken, dass die Wissenschaftstradition auf dem Campus Buch erfolgreich in ein neues Jahrtausend geführt werden konnte. Mit dem MDC hat er eine international renommierte Forschungseinrichtung geschaffen, die die Grundlagen für die Medizin von morgen legt.

Detlev Ganten blickt auf eine beeindruckende Laufbahn als Wissenschaftler und Wissenschaftsmanager zurück. Als klinischer Pharmakologe erforschte er insbesondere den Bluthochdruck und die molekulare Genetik von Herz-Kreislauferkrankungen. 2004 übernahm er für vier Jahre den Vorstandsvorsitz der Charité und führte die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt Universität zur „Charité – Universitätsmedizin Berlin“ zusammen. Von 2005 bis 2015 war er Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Charité. Er ist Präsident des World Health Summit, den er 2009 in Berlin ins Leben rief.

Beitragsbild: Verleihung der MDC-Ehrenmitgliedschaften. Prof. Martin Lohse, Prof. Heinz Bielka, Prof. Heinz Riesenhuber, Prof. Manfred Erhard, Prof. Detlev Ganten, Dr. Heike Wolke (von links) Foto: David Ausserhofer / MDC

 

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