Willkommen! Ein Genomarchitekt und ein Proteomik-Experte kommen ans MDC

Nach der Sommerpause heißt das MDC neue Wissenschaftler in leitenden Positionen willkommen: Darío Lupíañez hat als Junior-Gruppenleiter am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB) begonnen und Philipp Mertins leitet die MDC und BIH Proteomics Platform.

Darío Lupíañez. Bild: privat

Darío Lupíañez. Bild: privat

Seit Anfang September ist Darío G. Lupíañez neuer Gruppenleiter am MDC. Er ist Junior-PI der Arbeitsgruppe „Epigenetik und sexuelle Entwicklung“ am Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB).

Der Wissenschaftler promovierte an der Universität Granada (Spanien) und forschte dort mit Dr. Rafael Jimenez an der Keimdrüsenentwicklung und der Bestimmung des Geschlechts beim iberischen Maulwurf (Talpa occidentalis). Von 2012 bis 2017 arbeitete er als Postdoktorand im Berliner Labor von Prof. Stefan Mundlos am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik. Dort untersuchte er die Chromatin-Architektur des Erbguts und seine Bedeutung für Krankheiten.

Darío Lupíañez will mit seiner Forschungsgruppe am MDC die Steuerung von Genen aufklären, die durch die räumliche Anordnung der DNA-Stränge beeinflusst wird. Dabei interessiert ihn besonders, wie sich das Schicksal der Zellen während der Entwicklung entscheidet und wie diese Information im Genom von Säugetieren gespeichert wird. Er nutzt die noch undifferenzierten Keimdrüsen als Modellsystem. Durch eine Kombination von neuen Methoden und Technologien will er im Tiermodell Steuerelemente auf der DNA identifizieren, charakterisieren und auch gezielt stören.

Das Labor ist auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, also Doktoranden, Studenten oder Technische Assistenten, etwa über diese aktuelle Stellenausschreibung. Auch Postdoktoranden, die eigene Projekte entwickeln wollen, sind stets willkommen. Darío Lupíañez hat eine eigene Website und ist auch auf Twitter als @Dariloops unterwegs.

Philipp Mertins. Bild: privat

Philipp Mertins. Bild: privat

Von Cambridge, USA, nach Berlin

Philipp Mertins wechselte im August 2017 von der Proteomics Platform des Broad Institute des MIT und Harvard im amerikanischen Cambridge nach Berlin. Er leitet nun die Proteomics Platform von MDC und BIH. Der Spezialist für Massenspektrometrie interessiert sich unter anderem dafür, wie sich Veränderungen im Erbgut eines Tumors – etwa bei Brustkrebs – auf die produzierten Proteine und damit auf die Signalwege in den Krebszellen auswirken. So könne man unter anderem die für den Krebs maßgeblichen Mutationen (Driver-Mutationen), aber auch Zielmoleküle für Medikamente leichter identifizieren.

Ähnliche Untersuchungen, für die Proteomik- und Genomik-Daten integriert werden müssen, sind in der Grundlagenforschung sehr wichtig. „Uns geht es nicht nur darum, relevante Proteine zu identifizieren. Wir wollen auch grundlegend verstehen, wie sie reguliert und generiert werden und welche Auswirkungen das auf ihre Funktion hat“, sagt Mertins. Er war unter anderem an der Entwicklung einer führenden Technologie beteiligt, mit deren Hilfe man Proteine und ihre Zustände in ihrer Gesamtheit analysieren kann. „Die Arbeit unserer Plattform hat drei Schwerpunkte: Grundlagenforschung, Technologieentwicklung und translationale Projekte“, sagt er. „Wir freuen uns darauf, in Zukunft mit den Gruppen des MDC und BIH zusammenzuarbeiten“.

Nach dem Studium der Biochemie an den Universitäten Regensburg und Witten / Herdecke arbeitete Philipp Mertins zunächst von 2004 bis 2009 als Doktorand und Postdoc im Labor von Axel Ullrich am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried. Anschließend forschte er ab 2009 im Labor von Steven Carr am Broad Institute in Cambridge, USA. Dort war er seit 2015 als Gruppenleiter für Proteomik und Co-Direktor für klinische Proteomik des NIH-geförderten Tumor-Analyse-Zentrums tätig.

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