Klaus Rajewsky ist Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Immunologie

Für seine herausragende Forschung ist der MDC-Immunologe Professor Klaus Rajewsky  am 12. September 2017 mit der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI) ausgezeichnet worden. Die Ehrung fand in Erlangen während der 47. DGfI-Jahrestagung statt.

Klaus Rajewsky hat zum grundlegenden Verständnis des Immunsystems beigetragen und damit eine neue Ära biomedizinischer Forschung eingeleitet. Aus seiner Arbeit lassen sich neue Behandlungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Erkrankungen ableiten.

Neben Prof. Klaus Rajewsky hat Prof. Reinhold E. Schmidt (Hannover) die DGfI-Ehrenmitgliedshaft erhalten. Die beiden Immunologen bekamen die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft vom DGfI-Präsidenten Prof. Michael Lohoff überreicht.

v.l.: Prof. Michael Lohoff (Präsident der DGfI), Prof. Carsten Watzl (Generalsekretär der DGfI), Prof. Klaus Rajewsky und Prof. Jürgen Wienands (2. Vizepräsident der DGfI und Laudator). Bild: J. Hirscher

v.l.: Prof. Michael Lohoff (Präsident der DGfI), Prof. Carsten Watzl (Generalsekretär der DGfI), Prof. Klaus Rajewsky und Prof. Jürgen Wienands (2. Vizepräsident der DGfI und Laudator). Bild: J. Hirscher

Klaus Rajewsky

1936 in Frankfurt am Main geboren, studierte er Medizin und Chemie in Frankfurt und München und fertigte seine medizinische Doktorarbeit am Institut für Chemie der Universität Frankfurt an. Nach Forschungsaufenthalten in Laboratorien von Grabar, Henning und Mitchison wurde er 1970 Professor für Molekulargenetik am Institut für Genetik der Universität zu Köln und er arbeitete dort bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001.

Von 1996 bis 2001 war Klaus Rajewsky Direktor des Zentrums für Mausgenetik der Europäischen Molekularbiologieorganisation EMBL in Monterotondo in Italien. 2001 bis 2011 arbeitete er am Center for Blood Research der Harvard Medical School. Seit 2011 ist er am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) in Berlin Leiter der Arbeitsgruppe „Immunregulation und Krebs“. Zudem ist er Gründungsmitglied der DGfI.

Ein außergewöhnliches Lebenswerk

Im Zentrum von Klaus Rajewskys Arbeit stand und steht die Entwicklung, Aktivierung und Differenzierung der B-Lymphozyten. Mehr als 460 Veröffentlichungen dokumentieren ein außergewöhnliches Lebenswerk. In frühen Arbeiten wies er den „Hapten-Carrier“-Effekt nach, ein Meilenstein der Immunologie. Es folgten wesentliche Beiträge zur Rolle der Antikörper als Signalrezeptoren für Überleben und Differenzierung der B-Lymphozyten und der Schlüsselrolle von mikro-Ribonukleinsäuren bei der Entwicklung dieser Immunzellen. Auch zum Verständnis der Entstehung von Lymphomen hat seine Arbeitsgruppe Wesentliches beigetragen. Herausragend war auch die Entdeckung zur Immortalisierung von Lymphomzellen durch Epstein-Barr Viren.

Klaus Rajewsky hat zudem ein entscheidendes Instrument zur genetischen Analyse molekularer Prozesse in der Maus geschaffen: die gezielte konditionelle Mausmutagenese. Erst dadurch wurde die Untersuchung der Rolle einzelner Gene im Immunsystem möglich. Diese Technologie hat Biologie und die Biomedizin grundlegend verändert, weit über die Immunologie hinaus.

Klaus Rajewsky erhielt zahlreiche Ehrungen. Unter anderem ist er Mitglied der Europäischen Organisation für Molekularbiologie (EMBO) und der National Academy of Science der USA. Er ist Ehrendoktor der Charité – Universitätsmedizin zu Berlin und etlicher anderer Universitäten. Der Forscher erhielt unter anderem den Avery-Landsteiner-Preis, den Behring-Kitasato-Preis, den Robert-Koch-Preis, den Max-Planck-Forschungs-Preis, den Körber-Preis, den Behring-Heidelberger-Preis, den Novartis-Preis, den Ernst-Schering-Preis, die Max-Delbrück-Medaille und zahlreiche weitere Preise.

Weiterführende Informationen

Quelle: Website der DGfI

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