Das war die Lange Nacht der Wissenschaften 2015 auf dem Campus Buch

Sonne, Regen, Blitz und Donner – die Lange Nacht der Wissenschaften war nicht nur aus meteorologischer Sicht äußerst abwechslungsreich. Auf dem Campus Buch konnten Jung und Alt bis in den späten Abend hinein staunen, experimentieren und ausprobieren. Schlagende Herzmuskelzellen, fluoreszierende Würmer, Zellen unter dem Handy-Mikroskop und eine Verbrecherjagd mit DNA-Proben waren nur einige der vielen Programmpunkte, die das Max-Delbrück Centrum für molekulare Medizin (MDC), das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) und das Gläserne Labor anboten.

Schon um drei Uhr, noch vor dem offiziellen Start der Langen Nacht der Wissenschaften, liefen neugierige Besucherinnen und Besucher über den Campus. Aus den Food-Trucks wehte der Duft von Crêpes und Gegrilltem und von der Festwiese schallten erste Takte beschwingter Live-Musik. Punkt 16 Uhr starteten dann die ersten Laborführungen vom MDC und FMP. Der Anblick von Wissenschaftler in Laborkitteln, die mit großen Hinweisschildern auf ihre Gäste warteten oder über das Gelände wanderten, gehörte schon bald zur Normalität.

© Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Auf dem Weg zu den Laborführungen © Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Die AG Golasch vom Experimental and Clinical Research Center (ECRC) zeigte in „Weshalb Kaffee und Stress lebensgefährlich sein können“, wie Arterien mit Kontraktionen auf hochdosiertes Koffein reagieren und warum diese Erkenntnisse bei der Blutdruckforschung helfen. Die AG Daumke vom MDC führte durch ihr Labor und erläuterte, wie sie mit Hilfe von Kristallen und Röntgenstrahlen die 3D-Struktur von Protein-Molekülen am Computer sichtbar machen und wie diese molekularen Maschinen in der Zelle funktionieren.

Am FMP stellte Dr. Jens Peter von Kries den Besucherinnen und Besuchern die sogenannte Screening Unit vor.  Während der Führung „Mit Robotern auf der Suche nach der Nadel im Heuhaufen: Der Anfang eines Medikaments im 21. Jahrhundert“ erklärte er, wie modernste Roboter innerhalb kürzester Zeit Zehntausende verschiedene Substanzen auf eine bestimme Wirkung hin testen können.

Für die kleinen Besucher gab es auf dem Campus Buch auch allerhand zu entdecken. So konnten sie wie in den vergangenen Jahren das Forscherdiplom erlangen. In acht Stationen, die sich im Gläsernen Labor und bei den Schüler und Lehrer des Robert-Havemann Gymnasiums befanden, experimentierten die Kinder und sammelten Stempel, um am Ende ein persönliches Zertifikat, das Forscherdiplom, zu erhalten. Sie erzeugten am Hometrainer Strom mit Muskelkraft, „zauberten“ mit Chemie, betrachteten Schnittpräparate von selbst mitgebrachten Objekten unter dem Mikroskop und mischten ihr eigenes Kräutersalz. Zwischendurch lud die riesige Hüpfburg auf der Festwiese zum Toben und Spielen ein.

© Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Experimente im Vakuum von Schülern des Robert-Havemann Gymnasiums © Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Ab 17 Uhr gehörte der Platz vor dem MDC.C.-Gebäude der Auseinandersetzung mit der Wissenschaft hinter der Schlagzeile. „Bleiben Sie kritisch!“ war das Motto des Speakers‘ Corner, der in diesem Jahr zum dritten Mal stattfand. Michael Strehle vom MDC fragte sich, ob wir durch die CRISPR/Cas-Methode bald schon auf dem Weg zum perfekten Menschen sind. André Lampe widmete sich gleich mehreren Wissenschaftslegenden – vom angeblich schädlichen Aufheben von Vogelbabys bis zur Sichtbarkeit der Chinesischen Mauer aus dem Weltraum. Gegen 20 Uhr musste der Speakers Corner dann kurzfristig nach drinnen verlegt werden, da ein Gewitter über Buch hinwegfegte. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch und so zog der letzte Speakers‘ Corner-Vortrag über Big Data in der Krebsforschung noch einmal ein großes Publikum an.

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Michael Strehle im Speakers‘ Corner über CRISPR/Cas © Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Während die Besucher zum letzten Mal ihre Chance nutzten, bei „Hacker auf dem Campus“ ihre Zellen mit dem Handymikroskop „Cellfie“ zu betrachten oder zusammenziehende Herzmuskelzellen bei „MDC Unter der Lupe“ zu sehen, wurde das MDC.C. für das Highlight des Abends umgebaut: den Science Slam.

Punkt 21.30 Uhr gingen die Lichter aus und das Spotlight an. Dann hatten drei junge Wissenschaftler vom MDC jeweils zehn Minuten Zeit, ihr Forschungsthema anschaulich und unterhaltsam zu vermitteln. Nach einem Warm-Up Slam von André Lampe über den Zusammenhang von Kindern mit großer Klappe und der Physik beim Mikroskopieren, ging es auch schon los. Es referierten Lukas Pluska über Ubiquitin als Müllabfuhr des Körpers; Andreas Ofenbauer über fluoreszierende, muskulöse Würmer inklusive Feuershow; und Carolin Schächtele über Kurzfingirgkeit, hohen Blutdruck und Erdogans Döner-Appetit. Danach vergab eine zufällig aus dem Publikum gewählte Jury die Punkte und verhalf Andreas Ofenbauer auf den ersten Platz, gefolgt von Lukas Pluska und Carolin Schächtele. Bei einem Bier an der Bar ließen die verbleibenden Gäste die Nacht Revue passieren. Und da nach der Langen Nacht gleichzeitig auch vor der Langen Nacht ist, steht das Datum für 2016 schon fest: Am 11. Juni öffnet der Campus Buch erneut seine Türen.

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Die Science Slammer von links nach rechts: Andreas Ofenbauer, Carolin Schächtele, Lukas Pluska © Peter Himsel/Campus Berlin-Buch

Was während der Langen Nacht der Wissenschaften in den sozialen Medien los war, könnt ihr in unserem Storify nachlesen.

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