Stammzellen im Fokus

450 Wissenschaftler treffen sich auf der 2. Internationalen Jahreskonferenz des German Stem Cell Network (GSCN) in Heidelberg.

„Stammzellen sind der Ursprung all unserer verschiedenen Körperzellen, mit ihrer Hilfe können wir Krankheitsverläufe aufklären, Krankheitsmodelle erforschen und hoffentlich innovative Therapien entwickeln“, erklärt Andreas Trumpp, Präsident des German Stem Cell Network (GSCN) 2014 und Heidelberger Krebsstammzellen-Forscher. Krankheitsmodellierung anhand von Stammzellen, neueste Methoden des Genetic Engineering oder dreidimensionales Drucken von Zellen waren große Themen auf der 2. Internationalen Jahreskonferenz des GSCN. 450 Wissenschaftler/-innen präsentierten und diskutierten drei Tage lang in Heidelberg am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ihre neuesten Ergebnisse aus allen Bereichen der Stammzellforschung. Zusammen mit 22 ausstellenden Firmen kamen sie vom 3. bis zum 5. November im Kommunikationszentrum des DKFZ zusammen. Für das am MDC angesiedelte GSCN ein großartiger Erfolg, bestätigt es doch das Ziel des noch jungen Stammzell-Netzwerks, sich zum wichtigsten Treff der Stammzellszene Deutschlands zu entwickeln.

Mit Workshops zu wissenschaftlichen, aber auch strategischen, Fragestellungen wie beruflichen Perspektiven, Meet-the-Expert-Treffen und zwei intensiven Poster Sessions standen besonders die jungen Wissenschaftler/-innen und ihre Forschung im Fokus der Konferenz. Inhaltliche Highlights setzten aber auch die internationalen Keynotespeaker: Jürgen Knoblich berichtete aus seinen Wiener Stammzelllabors, wie er kleine, dreidimensionale Gehirne züchtet.

Philippe Menaché berichtete über Stammzell-Pflaster in der Herzchirurgie. Foto: GSCN

Philippe Menaché berichtete über Stammzell-Pflaster in der Herzchirurgie. Foto: GSCN

Der Pariser Chirurg Philippe Menasché trug seine Erfahrungen über den Einsatz von Stammzellen in der Herzchirurgie in den vollen Hörsaal. Er stellte Zellpflaster vor, die im Herzen in infarktgeschädigte Bereiche Stammzellen einbringen und durch ihnen innewohnende Faktoren die körpereigene Gewebebildung anregen. Diese Entwicklung ist in eine klinische Phase eingetreten, in der Patienten über mehrere Monate Zellpflaster ins Herz transplantiert werden (vgl. ClinicalTrials.gov) .

Weitere viel diskutierte Themen der Konferenz waren die schnelle und effektive Reprogrammierung von Zellen. Dabei ging es sowohl um neue Technologien zur Qualitätssicherung als auch um Methoden, die Quantität der benötigten Zellpopulationen zu erhöhen.

„Die Konferenz war ein voller Erfolg, dieser dynamische und lebendige Austausch zwischen den Wissenschaftlern und auch den Industrievertretern, das intensive Netzwerken und die hohe Qualität der Beiträge wollen wir fördern und unterstützen“, zeigt sich GSCN-Geschäftsführer Daniel Besser begeistert. Im vergangenen Jahr gelang es dem GSCN, vom BMBF eine dreijährige Verlängerung der Förderung zu erreichen. „Das war ein Highlight in 2014, nun arbeiten wir daran, das Netzwerk auf eigene Füße zu stellen“, macht er Zukunftspläne deutlich. Im kommenden Jahr lädt der neue Präsident Thomas Braun, Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschungin Bad Nauheim, die Stammzellforscher vom 14.-16. September 2015 zur GSCN Jahreskonferenz nach Frankfurt am Main ein.

Einen Eindruck über die Konferenz vermittelt auch ein Kurzfilm auf Youtube.

Autorin: Stefanie Mahler/GSCN


Beitragsbild: Postersession bei der 2. Internationalen Jahreskonferenz des Deutschen Stammzell-Netzerks GSCN. Foto: GSCN

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